Junkers Cerapur Fehler EA: Flamme wird nach Zündversuch nicht erkannt
Der Fehler EA bei Junkers Cerapur Geräten gehört zu den häufigsten Störmeldungen und bedeutet, dass die Flamme nach dem Zündversuch nicht erkannt wird. Nach dem dritten erfolglosen Zündversuch sperrt sich das Gerät automatisch und zeigt diesen Fehlercode an. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lassen sich die Ursachen mit systematischer Fehlersuche eingrenzen und beheben.
ACHTUNG: Alle Angaben ohne Gewähr, erfordern Fachkenntnis und bergen Lebensgefahr bei unsachgemäßem Vorgehen. Rufen Sie den Kundendienst ohne elektrotechnisches Wissen. Fehlercodes dienen nur als Orientierungshilfe, keine Reparaturanweisung. Die Liste ersetzt keine Diagnose, wird aber stetig erweitert.
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Was bedeutet der Fehler EA?

Der Fehlercode EA steht für „Im Betrieb: Flamme wird nicht erkannt“ und gehört zur Kategorie 4 der Störungsmeldungen. Das bedeutet, dass das Gerät gesperrt und verriegelt ist, bis die Fehlerursache beseitigt wurde. Die Flammenüberwachung erfolgt über die Messung des Ionisationsstroms, der bei der Verbrennung entsteht. Wenn kein Ionisationsstrom erkannt wird, schließt das Gasventil automatisch, um das Ausströmen von unverbranntem Gas zu verhindern. Dies ist eine wichtige Sicherheitsfunktion, die verhindert, dass Gas unkontrolliert austritt.
Die Hauptursachen für diesen Fehler sind vielfältig: Gasversorgungsprobleme, defekte oder verschmutzte Ionisationselektroden, verstopfte Kondenswasserabläufe oder fehlerhafte Gasventile. Der normale Ionisationsstrom liegt zwischen 1-10 μA, und wenn dieser Wert nicht erreicht wird, triggert das System den EA-Fehler.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Lösung
Grundlegende Überprüfungen
- Gerät zurücksetzen: Drücken Sie die Reset-Taste am Display und halten Sie diese gedrückt, bis das 2-stellige Display „– –“ zeigt. Nach erfolgreichem Neustart sollte die Störungsmeldung verschwinden.
- Gasversorgung prüfen: Kontrollieren Sie, ob der Gashahn vollständig geöffnet ist. Bei geschlossenem Gashahn kann keine Flamme entstehen.
- Anlagendruck kontrollieren: Der Fülldruck sollte zwischen 1,2 und 2,0 bar liegen. Ein zu niedriger Druck kann zu Betriebsstörungen führen.
- Stromversorgung überprüfen: Stellen Sie sicher, dass die Steckdose einwandfrei funktioniert und keine Wackelkontakte vorliegen. Unterbrochene Stromversorgung kann fehlerhafte Zündversuche verursachen.
Erweiterte Maßnahmen
- Siphon-Füllprogramm aktivieren: Falls das Gerät länger als 48 Stunden nicht in Betrieb war, aktivieren Sie über die Servicefunktion 8.5 das Siphonfüllprogramm. Bei nicht gefülltem Kondenswassersiphon kann Abgas austreten.
- Kondenswasserablauf reinigen: Überprüfen Sie den Kondenswassersiphon (Position 358 am Gerät) auf Verstopfungen. Ein verstopfter Ablauf verhindert die ordnungsgemäße Kondensatableitung und kann zur Abschaltung führen.
- Entlüftungsfunktion nutzen: Aktivieren Sie die Servicefunktion 7.3 „Entlüftungsfunktion“ auf „ein, auto. Deaktivier.“. Öffnen Sie dabei den automatischen Entlüfter und schließen Sie ihn nach dem Entlüften wieder.
- Gasart überprüfen: Bei Verwendung von Butan in kalten Umgebungen kann es zu Problemen kommen, da Butan bei niedrigen Temperaturen nicht gasförmig bleibt. Wechseln Sie gegebenenfalls auf Propan.
Technische Prüfungen (nur für Fachpersonal)
- Ionisationselektrode reinigen: Die Elektrode (Position 32.1) kann mit feinem Schleifpapier vorsichtig gereinigt werden. Verschmutzungen durch Kohlenstoffablagerungen verhindern die Flammenerkennung.
- Ionisationsstrom messen: Über Servicefunktion 3.3 kann der aktuelle Ionisationsstrom abgelesen werden (Anzeige: keiner/klein/mittel/groß). Bei Anzeige „keiner“ liegt ein Problem mit der Ionisationsüberwachung vor.
- Gasanschlussdruck prüfen: Der Fließdruck muss den Herstellervorgaben entsprechen. Messen Sie den Druck am Mess-Stutzen (Position 7).
- Elektroden auf Beschädigungen prüfen: Kontrollieren Sie Zünd- und Ionisationselektrode sowie deren Kabel auf Korrosion, Beschädigungen oder Verschmutzungen.
Wann ist ein Fachmann erforderlich?
Wenn die oben genannten Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, sind folgende Komponenten möglicherweise defekt und müssen von einem Gas-Wasser-Installateur ausgetauscht werden:
Ionisationselektrode: Bei irreparablen Schäden oder Bruch der Keramikisolierung muss der komplette Elektrodensatz (Position 32.1) getauscht werden. Kosten: ca. 40-80 Euro plus Arbeitszeit.
Gasventil: Ein defektes Gasventil oder defekte Magnetspulen verhindern die Gaszufuhr. Austausch kostet zwischen 150-300 Euro inklusive Einbau.
Leiterplatte: In seltenen Fällen kann die Heatronic-Leiterplatte (Position 4) defekt sein. Vor dem Austausch alle Servicewerte notieren. Kosten: 200-400 Euro.
Kabelbaum: Beschädigte Kabel zwischen Elektroden und Steuerung müssen komplett erneuert werden. Kosten: 80-150 Euro.
Bei Gasgeruch oder dem Verdacht auf Gasleckage sofort die Gaszufuhr unterbrechen, den Raum lüften und einen Notdienst rufen. Dies stellt eine akute Gefahrensituation dar.
Tipps zur Vorbeugung
Jährliche Wartung durchführen: Lassen Sie Ihr Gerät einmal jährlich von einem Fachbetrieb warten. Dabei werden Elektroden, Brenner und Kondenswasserablauf gereinigt.
Regelmäßiger Betrieb: Nutzen Sie Ihr Heizgerät auch im Sommer gelegentlich. Längere Stillstandszeiten können zu verklebten Ventilen und oxidierten Elektroden führen.
Anlagendruck überwachen: Kontrollieren Sie monatlich den Druck am Manometer (Position 8.1). Bei Druckverlust liegt möglicherweise eine Undichtigkeit vor.
Kondenswassersiphon befüllt halten: Das automatische Siphonfüllprogramm sollte aktiviert bleiben (Servicefunktion 8.5). Dies verhindert Abgasaustritt und Betriebsstörungen.
Richtige Gasart verwenden: Bei Außentemperaturen unter 0°C sollten Sie Propan statt Butan verwenden. Butan verflüssigt sich bei Kälte und führt zu Zündproblemen.
Elektroden-Abstand prüfen: Bei der Wartung sollte der korrekte Abstand zwischen Zünd- und Ionisationselektrode überprüft werden. Ein falscher Abstand beeinträchtigt die Flammenerkennung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Wie oft muss ich nach einem EA-Fehler das Gerät zurücksetzen?
A: Nach maximal drei erfolglosen Reset-Versuchen sollten Sie einen Fachmann rufen. Wiederholtes Zurücksetzen ohne Behebung der Ursache kann zu weiteren Schäden führen.
F: Kann ein EA-Fehler auch durch externe Faktoren ausgelöst werden?
A: Ja, eine abgenommene Geräteabdeckung kann über den internen Druckschalter einen EA-Fehler auslösen. Auch eine verstopfte Abgasleitung oder Verbrennungsluftzufuhr kann die Ursache sein.
F: Wie erkenne ich, ob die Ionisationselektrode defekt ist?
A: Überprüfen Sie die Servicefunktion 3.3 am Display. Zeigt diese „keiner“ an, obwohl eine Flamme sichtbar ist, deutet dies auf eine defekte Elektrode hin. Ein Fachmann kann den Ionisationsstrom mit einem Multimeter messen (Sollwert: 1-10 μA).
F: Was bedeutet es, wenn der Fehler nur bei Warmwasserbetrieb auftritt?
A: Dies kann auf einen defekten Warmwasser-NTC (Position 6.1) oder Probleme mit dem Plattenwärmetauscher (Position 355) hindeuten. Überprüfen Sie auch, ob die Pumpe korrekt arbeitet.
F: Ist ein EA-Fehler gefährlich?
A: Der EA-Fehler selbst ist eine Sicherheitsfunktion und nicht gefährlich. Gefährlich wird es nur, wenn Sie Gasgeruch wahrnehmen – dann liegt eine Störung der Sicherheitseinrichtung vor und Sie müssen sofort handeln.
F: Warum tritt der Fehler nach längerer Pause häufiger auf?
A: Nach 48 Stunden Stillstand ist der Kondenswassersiphon möglicherweise leer. Aktivieren Sie das Siphonfüllprogramm. Außerdem können sich Elektroden oxidieren, was eine Reinigung erforderlich macht.
F: Kann ich die Elektroden selbst reinigen?
A: Nein, gemäß Vorschriften darf nur ein Gas-Safe-registrierter Installateur die Geräteverkleidung öffnen und an gasfüh renden Teilen arbeiten. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und dient Ihrer Sicherheit.
F: Hilft ein Neustart immer bei einem EA-Fehler?
A: Ein Neustart behebt nur temporäre Störungen. Wenn der Fehler wiederholt auftritt, liegt eine echte technische Ursache vor, die behoben werden muss. Warten Sie nach einem Fehler mindestens 30 Minuten, bevor Sie erneut starten.