OBD2 Fehler P0340: Nockenwellen-Positionssensor Schaltkreis Fehlfunktion
Der Fehlercode P0340 weist auf eine Störung im Schaltkreis des Nockenwellen-Positionssensors (Camshaft Position Sensor, CMP) hin. Dieser Sensor übermittelt der Motorsteuerung (ECU) präzise Informationen über die Position der Nockenwelle, um die Einspritzung und Zündung exakt zu steuern. Bleibt das Signal aus oder ist fehlerhaft, kann der Motor schlecht starten, unrund laufen oder in den Notlaufmodus wechseln.
OBD2 Fehler P0130: Lambdasonden-Fehler (Bank 1 Sensor 1) beheben
Was bedeutet der Fehler P0340?

Der Nockenwellen-Positionssensor arbeitet magnetisch oder auf Hall-Effekt-Basis und erfasst die Drehposition der Nockenwelle über einen Impulsring oder Geberrad. Die Motorsteuerung wertet diese Impulse aus, um den Ventilhub mit der Kurbelwellenposition zu synchronisieren. Fehlt das Signal vollständig, ist es zu schwach oder zeigt unplausible Werte, setzt das Steuergerät den Code P0340 und speichert ihn im Fehlerspeicher.
Ursache ist meist keine defekte Nockenwelle selbst, sondern eine Unterbrechung oder Kurzschluss in der Sensorleitung, ein verschmutzter oder beschädigter Sensorstecker, ein defekter CMP-Sensor oder mechanische Probleme am Impulsring. Auch eine fehlerhafte Masseverbindung oder Spannungsversorgung kann das Signal stören. In seltenen Fällen liegt die Ursache in der Motorsteuerung oder einer defekten Steuerkette, die den Nockenwellenlauf beeinträchtigt.
Mögliche Ursachen im Überblick
- Defekter Nockenwellen-Positionssensor
- Kabelbruch oder Kurzschluss in der Sensorleitung
- Korrodierte oder lockere Kontakte am Sensorstecker
- Verschmutzter oder beschädigter Impulsring an der Nockenwelle
- Fehlerhafte Masseverbindung des Sensors
- Gestreckte oder gerissene Steuerkette mit Phasenversatz
- Defekt in der Motorsteuerung (selten)
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Lösung
- Fehlerspeicher auslesen: Verbinden Sie ein OBD2-Diagnosegerät mit der Fahrzeugbuchse und lesen Sie alle gespeicherten Fehlercodes aus. Notieren Sie neben P0340 auch weitere Codes wie P0335 (Kurbelwellensensor) oder P0300 (Zündaussetzer), da diese auf verwandte Probleme hinweisen können.
- Fehlerspeicher löschen und Testfahrt durchführen: Löschen Sie den Fehlercode über das Diagnosegerät und fahren Sie das Fahrzeug unter verschiedenen Lastbedingungen etwa 10–15 Minuten. Tritt P0340 sofort wieder auf, liegt eine aktive Störung vor. Bleibt der Fehler weg, war es möglicherweise ein einmaliger Aussetzer.
- Sichtprüfung des Sensors und der Verkabelung: Öffnen Sie die Motorhaube und lokalisieren Sie den Nockenwellen-Positionssensor, der meist seitlich am Zylinderkopf nahe der Nockenwelle sitzt. Prüfen Sie den Sensorstecker auf festen Sitz, Korrosion oder abgebrochene Pins. Kontrollieren Sie die Kabelführung bis zur Motorsteuerung auf Scheuerstellen, Risse oder Ölbenetzung.
- Stecker reinigen und Kontakte prüfen: Ziehen Sie den Sensorstecker ab und reinigen Sie die Kontakte vorsichtig mit Kontaktspray oder Isopropanol. Prüfen Sie, ob sich die Pins im Stecker bewegen oder zurückgedrückt sind. Kontrollieren Sie auch die Masseverbindung des Sensors, die oft über ein separates Kabel oder Befestigungsschraube am Motorblock hergestellt wird.
- Sensor auf Verschmutzung prüfen: Schrauben Sie den Nockenwellen-Positionssensor mit einem Torx- oder Innensechskantschlüssel heraus (meist 1 oder 2 Schrauben). Achten Sie auf eventuelle O-Ringe und bewahren Sie diese auf. Reinigen Sie die Sensorfläche vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch von Metallspänen, Öl oder Ablagerungen. Prüfen Sie den Sensor auf sichtbare Risse oder lose Bauteile.
- Widerstand des Sensors messen: Wenn Sie ein Multimeter besitzen, messen Sie den Widerstand zwischen den beiden Sensorpins (bei 2-Draht-Sensoren) oder zwischen Signal und Masse (bei 3-Draht-Hall-Sensoren). Vergleichen Sie die Werte mit den Herstellerangaben, die meist zwischen 200 Ohm und 2.000 Ohm liegen. Weicht der Wert stark ab oder zeigt das Gerät unendlich/null an, ist der Sensor defekt.
- Impulsring und Nockenwellenbereich kontrollieren: Leuchten Sie mit einer Taschenlampe in den Bereich, in dem der Sensor sitzt. Prüfen Sie den Impulsring an der Nockenwelle auf fehlende Zähne, Verschmutzung oder Beschädigung. Ein verbogener oder verschobener Ring kann falsche Signale erzeugen. Diese Prüfung ist bei manchen Motoren nur nach teilweiser Demontage der Ventilabdeckung möglich.
- Spannungsversorgung prüfen: Schalten Sie die Zündung ein (Motor aus) und messen Sie mit dem Multimeter die Spannung am Sensorstecker. Bei 3-Draht-Sensoren sollten zwischen 5 V und 12 V (je nach Bauart) an der Versorgungsleitung anliegen. Fehlt die Spannung, liegt ein Problem in der Verkabelung oder der Motorsteuerung vor.
- Sensor austauschen: Ist der Sensor beschädigt, zeigt falsche Widerstandswerte oder liefert trotz sauberer Kontakte kein Signal, tauschen Sie ihn gegen ein Neuteil aus. Verwenden Sie Originalteile oder Markenqualität (z. B. Bosch, Hella, FAE). Achten Sie beim Einbau auf den korrekten Anzugsdrehmoment (meist 8–10 Nm) und verwenden Sie bei Bedarf einen neuen O-Ring.
- Verkabelung durchmessen: Sollte der neue Sensor das Problem nicht lösen, prüfen Sie die Sensorleitung auf Durchgang und Kurzschluss. Messen Sie vom Stecker bis zur Motorsteuerung (Pinbelegung in der Werkstattliteratur). Ein Kabelbruch oder Kurzschluss gegen Masse zeigt sich durch fehlenden Durchgang oder zu niedrigen Widerstand.
- Steuerkette und Nockenwellenlage prüfen: Bei mechanischen Verdachtsmomenten (klappernde Geräusche, schlechte Kaltlaufeigenschaften) lassen Sie die Steuerkette und Kettenspanner von einer Werkstatt prüfen. Eine gestreckte Kette kann die Nockenwellenposition so stark verschieben, dass die Steuerung falsche Signale empfängt.
Wann ist ein Fachmann erforderlich?
Wenn der Fehler nach Reinigung und Sensoraustausch bestehen bleibt, sollte eine Fachwerkstatt die Motorsteuerung, die gesamte Verkabelung sowie die mechanische Funktion der Nockenwellenverstellung prüfen. Auch wenn Sie keine Erfahrung mit elektrischen Messungen haben oder der Sensor schwer zugänglich ist (z. B. unter der Ansaugbrücke), ist professionelle Hilfe sinnvoll.
Ein defekter Nockenwellen-Positionssensor kostet je nach Fahrzeug zwischen 30 € und 150 €. Die Arbeitszeit für den Wechsel beträgt meist 0,5 bis 1,5 Stunden, je nach Einbaulage. Bei einfachen Motoren kann die Reparatur ab 100 € Gesamtkosten möglich sein, bei schwierigem Zugang oder notwendiger Steuerkettenwartung können 300 € bis 800 € anfallen.
Tipps zur Vorbeugung
- Führen Sie regelmäßige Motorölwechsel mit hochwertigem Öl durch, um Ablagerungen am Sensor und Impulsring zu vermeiden.
- Kontrollieren Sie den Zustand der Steuerkette und Kettenspanner bei den vom Hersteller vorgegebenen Intervallen, meist zwischen 80.000 km und 150.000 km.
- Achten Sie auf ungewöhnliche Motorgeräusche wie Rasseln beim Kaltstart, die auf Kettenprobleme hinweisen können.
- Vermeiden Sie übermäßige Kurzstreckenfahrten, die zu Kondensation und Korrosion an elektrischen Verbindungen führen.
- Lassen Sie bei älteren Fahrzeugen die Steckverbindungen des Motors gelegentlich auf Korrosion und festen Sitz prüfen.
ACHTUNG: Alle Angaben ohne Gewähr, erfordern Fachkenntnis und bergen Lebensgefahr bei unsachgemäßem Vorgehen. Rufen Sie den Kundendienst ohne elektrotechnisches Wissen. Fehlercodes dienen nur als Orientierungshilfe, keine Reparaturanweisung. Die Liste ersetzt keine Diagnose, wird aber stetig erweitert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich mit dem Fehler P0340 weiterfahren?
Kurzfristig ja, aber der Motor läuft unrund, startet schlecht oder geht in den Notlauf mit reduzierter Leistung. Längere Fahrten können zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch, Katalysatorschäden durch unvollständige Verbrennung und Folgeschäden an der Zündanlage führen. Lassen Sie den Fehler zeitnah beheben.
Kann der Fehler durch ein leeres Batterie oder Starthilfe entstehen?
Ja, Spannungsschwankungen beim Überbrücken können zu vorübergehenden Fehleinträgen führen. Löschen Sie den Fehlerspeicher nach erfolgreicher Batterieladung und prüfen Sie, ob P0340 erneut auftritt.
Warum kommt der Fehler nur bei Kaltstart?
Bei kaltem Motor kann sich Kondenswasser in der Steckverbindung bilden oder das Motoröl ist dickflüssiger, sodass die Nockenwellenverstellung verzögert arbeitet. Auch ein verschlissener Kettenspanner zeigt sich oft zuerst bei kaltem Motor durch Klappergeräusche und Phasenfehler.
Unterscheidet sich P0340 von P0335?
Ja. P0340 betrifft den Nockenwellen-Positionssensor, P0335 den Kurbelwellen-Positionssensor. Beide Sensoren sind für die Synchronisation notwendig. Treten beide Codes gleichzeitig auf, prüfen Sie zuerst die gemeinsame Spannungsversorgung und Masseverbindung.
Kann ein defekter Sensor das Motorsteuergerät beschädigen?
Nein, ein defekter Nockenwellen-Positionssensor beschädigt normalerweise nicht die Motorsteuerung. Das Steuergerät erkennt das fehlende Signal und setzt den Fehlercode, arbeitet aber mit Ersatzwerten weiter.
Welche Rolle spielt der Sensor bei der Abgasuntersuchung?
Ein aktiver Fehlercode P0340 führt zur beleuchteten Motorkontrollleuchte und damit zum Nichtbestehen der Abgasuntersuchung (AU/HU). Der Fehler muss vor der Prüfung behoben und der Fehlerspeicher gelöscht sein. Das Fahrzeug muss danach einen Fahrzyklus absolvieren, damit alle Readiness-Codes gesetzt werden.
Kann ich den Sensor selbst testen, ohne ihn auszubauen?
Bei laufendem Motor können Sie mit einem Oszilloskop das Sensorsignal am Stecker messen. Es sollte ein gleichmäßiges Rechteck- oder Sinussignal mit wechselnder Frequenz (abhängig von der Motordrehzahl) zu sehen sein. Ohne Spezialwerkzeug ist die Prüfung mit einem Multimeter auf Widerstand und Spannungsversorgung begrenzt.
Wie erkenne ich, ob der Impulsring beschädigt ist?
Mechanische Schäden am Impulsring führen zu unregelmäßigen Signalen, die meist weitere Codes wie P0016 (Nockenwellen-/Kurbelwellen-Korrelation) verursachen. Eine Sichtprüfung mit Endoskop oder nach Ausbau der Ventilabdeckung gibt Aufschluss über fehlende Zähne oder Verschmutzung.